Diamorphin statt Heroin am Theaterplatz

Die Krefelder Drogenszene am Theaterplatz könnte durch eine medizinisch kontrollierte Vergabe von Diamorphin [1] ein schnelles Ende finden.

Da der Stadt Krefeld laut Herrn Ottersbach [2] vom Einzelhandelsverband jedes Jahr ein finanzieller Schaden von weit mehr als fünf Millionen Euro entsteht, schlägt die Piratenpartei Krefeld [3] eine zeitnahe Einführung eines Diamorphinprogramms vor.

Gelder, die man zurzeit für überteuerte Toilettenhäuschen, Reinigungskosten und Kontrollen ausgibt, könnte man für die Bereitstellung einer Ausgabestelle mit Aufenthaltsraum und Betreuung sehr viel sinnvoller anlegen.

Auf diese Weise könnte man den Schwarzmarkt sehr viel effektiver bekämpfen. Abhängige die nicht mehr durch Ihre Sucht zur Prostitution und Kriminalität gezwungen werden, könnten wieder geregelten Arbeiten nachgehen. Schnell könnten sich die Menschen wieder sicherer fühlen, nicht nur auf dem Theaterplatz.

Michaela Sorger, Pressesprecherin der Piratenpartei Krefeld fragt sich: „Warum kämpfen die Krefelder SPD und Grünen nicht mit mehr Nachdruck für eine Diamorphinausgabestelle?“ Schließlich haben ihre Bundestagsabgeordneten vor Jahren alles dafür in die Wege geleitet.“ [4]

Diamorphinpräparate die im Rahmen von Präventionsprogrammen von Ärzten [5] verschrieben und von der Krankenkasse gezahlt werden, enthalten klinisch sauberes Heroin.

Durch Ihre besser Verträglichkeit, das geringere Suchtpotential und die höhere Suchtbefriedigung wird es von den Abhängigen sehr viel besser akzeptiert als das schon bekannte Methadon [6]. Viele Methadonpatienten besorgen sich zusätzlich Heroin auf dem Schwarzmarkt. Hier sind die Diamorphinprodukte sehr viel besser geeignet um den illegalen Drogenhandel aus zu trocknen.

Ein Diamorphinprogramm würde der allgemeinen Forderung hinsichtlich eines Umdenkens im Bezug auf den Theaterplatz entgegengekommen.

Quellen und Links:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Diamorphin
[2] http://www.stadt-spiegel-krefeld.de/index.php?id=2154&doc=25462
[3] http://www.seidenstadt-piraten.de/
[4] http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/diamorphin-ambulanzen-politiker-fordern-mehr-heroin-auf-kassenkosten-a-876737.html
[5] http://www.aerzteblatt.de/archiv/35557
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Methadon

Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Presseteam Piratenpartei Krefeld

2 Responses to “Diamorphin statt Heroin am Theaterplatz”

  1. Karl-Micha sagt:

    Der gesundheits- und drogenpolitische Sprecher der Krefelder Grünen, Karl-Heinz Renner, behauptet anlässlich der Pressemeldung der Piraten, die Grünen hätten ja schon 2011 eine Diamorphinvergabe für Krefeld gefordert. Haha – komisch dass keiner davon was mitbekommen hat.
    Und weil die Krefelder Verwaltung keinen Bedarf sah, sahen die Krefelder Grünen auch keinen (Die Bundes-Grünen in Berlin widersprachen übrigens deutlich Renners Standpunkt zu Diamorphin in Krefeld ausdrücklich – auch schriftlich – sie distanzierten sich sogar förmlich von Renners verwaltungshörigen „Argumenten“!).
    Vielleicht sollten die Krefelder Grünen sich zu drogenpolitischen Fragen mal woanders als bei der Krefelder Verwaltung informieren und sich daran erinnern, dass man auch in Krefeld politische Entscheidungen nicht der Verwaltung überlässt. Nur so als Tipp von Partei zu Partei: Trau in wichtigen politischen und wissenschaftlichen Fragen nicht blind einer von ganz anderen Interessen geleiteten und/oder ahnungslosen Verwaltung – INFORMIER DICH! (Und erinnere Dich auch gelegentlich ans Primat der Politik).

    Die Aussagen der Verwaltung zum Thema strotzen von falschen Informationen, und sind eindeutig nicht an einer sachlicher Diskussion interessiert. Nicht Gesundheit und Überleben der betroffenen Drogenkranken haben für die Verwaltung Priorität, sondern das Thema Diamorphinvergabe möglichst schnell vom Tisch zu bekommen. Millionen werden von Krefeld im Drogenbereich ausgegeben, aber eine Umschichtung, womöglich Einsparung; da werden Besitzstände berührt, was nicht nur bei der Verwaltung Panik auslöst. Von den Grünen hätte ich da etwas mehr eigenständiges Denken erwartet, aber vielleicht stecken sie in Krefeld schon viel zu tief im politischen Sumpf, in dem politische Sachfragen gegenüber Parteipolitik an Priorität verlieren.

    Immerhin ruft Renner nun zu einem Fachgespräch aller betroffener gesellschaftlichen Gruppen zum Thema auf.
    Ich glaube die erste Aufgabe wäre, endlich auch die, um die es geht, die Suchtkranken der Stadt und vom Theaterplatz als Menschen anzuerkennen und damit als „betroffene Gruppe“, anstatt sie weiter wie eine gefährliche und lästige Pesterkrankung zu betrachten.

    Wann kommen eigentlich die selbsternannten Spezialisten zum Thema Drogenszene + Theaterplatz mal auf die Idee, MIT diesen Betroffenen zu sprechen, anstatt ständig immer nur ÜBER sie? Schließlich gibt es Vertreter und Selbsthilfegruppen der betroffenen Suchtkranken selbst (z.B. Vision e.v. oder den JES Bundesverband).

    Und wenn ein „Fachgespräch“, dann bitte mit wirklichen, anerkannten und lösungsorientierten, auch auswärtigen Fachleuten und Spezialisten zum Thema (nur z.B.: Dr. Harald Terpe von den Grünen, Mediziner der Diamorphinvergaben in Köln oder Bonn, Spezialisten der Bundesärztekammer und vieler anderer Berufsverbände, Andi-NRW von den Piraten oder Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im NRW-Gesundheitsministerium, übrigens auch eine Grüne, um nur einige zu nennen).

    Ein „Fachgespräch“ mit den üblichen Verdächtigen bringt doch nur wieder das bekannte provinzielle Gerede der ebenso engagierten wie thematisch halbgebildeten Krefelder Drogenkriegs-Ideologen für ein „sauberes Krefeld“ (ich erinnere nur u.a. an Frau Thevessen o.so ä. und ihren Verein), denen es bisher gelingt, ohne jedes zeitgemäße Fachwissen die Diskussion in Krefeld zu bestimmen. Bei so einem „Fachgespräch“ wüsste man doch leider schon im voraus, was dabei raus kommt.